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Dezentrale Energiewende

Balkonkraftwerk: Lohnt sich zusätzlich ein Stromspeicher?

Bild 1 Stromspeicher können die Wirtschaftlichkeit von Balkonkraftwerken seigern.

Anker Solix

Bild 1 Stromspeicher können die Wirtschaftlichkeit von Balkonkraftwerken seigern.

Balkonkraftwerke sind in den meisten realisierbaren Situationen eine lohnende Anschaffung. Die Kombination mit einem Speichersystem sowie smarten Zählern, Gadgets und Haushaltsgeräten können die Eigenstromnutzung komfortabel und wirtschaftlich erhöhen.

Der Artikel kompakt zusammengefasst
■ Bürokratieabbau, sinkende Anschaffungskosten und technologische Fortschritte haben die Nachfrage nach Balkonkraftwerken in den letzten Jahren extrem erhöht.
■ Wie auch bei größeren Photovoltaik-Anlagen müssen für eine wirtschaftliche Bewertung die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt werden, insbesondere eine mögliche Südausrichtung der Module, die Vermeidung von Beschattung und optimierte Neigungswinkel.
■ Über die Integration von Stromspeichern lässt sich der selbst nutzbare Anteil des erzeugten Solarstroms deutlich erhöhen.
 

Balkonkraftwerke, auch als Steckersolargerät oder Mini-PV-Anlage bezeichnet, werden in Deutschland immer beliebter. Die Zahl der installierten Anlagen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ab Frühjahr 2025 dürften rund 1 Mio. Balkonkraftwerke „eingesteckt“ sein. Dennoch stellt sich für potenzielle Käufer nach wie vor die Frage nach dem ökonomischen Nutzen einer Anschaffung. Um die Wirtschaftlichkeit bewerten zu können, müssen individuelle lokale Faktoren sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Während Haushaltsstrom relativ teuer ist, sind die Preise für Solarmodule und Balkonkraftwerke in letzter Zeit deutlich gesunken, unter anderem durch einen Umsatzsteuersatz von null seit dem 1. Januar 2023. Diese Entwicklung steigert die finanzielle Attraktivität von selbst erzeugtem Solarstrom. Zudem lassen sich die meisten neuen Balkonkraftwerke relativ einfach installieren und können ohne größere bauliche Veränderungen am Balkon, im Garten oder an einer Fassade montiert werden. Smarte Steuerungssysteme, intelligente Zähler, Speichersysteme und spezielle Stecker ermöglichen heute eine gezielte Überwachung und Optimierung des eigenen Energieverbrauchs. Der Nutzen eines Balkonkraftwerks lässt sich so erhöhen.

Das im Juli 2024 verabschiedete Solarpaket I hat den Betrieb von Balkonkraftwerken zudem bürokratisch vereinfacht: Die zulässige Einspeiseleistung wurde von 600 auf 800 W angehoben. Auch der Anschluss über Schuko-Steckdosen ist nun ganz offiziell möglich.

Rechnet sich ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke bieten für die meisten Haushalte mit Garten, Terrasse oder Balkon einen Mehrwert. Wie groß dieser Mehrwert ausfällt, hängt jedoch von den lokalen Gegebenheiten ab und ist nicht pauschal zu beantworten. Mehrere Faktoren beeinflussen den finanziellen Mehrwert erheblich:

Anschaffungskosten: Die Kosten für ein Balkonkraftwerk variieren je nach gewünschter Leistung, Hersteller und Ausstattung. Einsteigersets sind schon für wenige hundert Euro erhältlich.

Strompreis: Je höher der Strompreis, desto schneller amortisieren sich die Anschaffungskosten der Anlage.

Eigenverbrauchsanteil: Je mehr Strom direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird, desto rentabler ist das Balkonkraftwerk.

Sonneneinstrahlung: Die Menge des erzeugten Solarstroms hängt von der lokalen Sonneneinstrahlung ab. Südlich ausgerichtete Balkone und Gärten bieten die besten Voraussetzungen, während eine nördliche Ausrichtung (der Solarmodule) eher ungünstig ist. Auch Beschattung, beispielsweise durch Bäume oder andere Balkone, kann einen Einfluss auf die nutzbare Leistung haben.

Ein Beispiel: Mit einem Einsteigerset lassen sich in einem 3-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 2600 kWh/a die Stromkosten um etwa 100 bis 170 Euro/a senken.

Lässt sich die Effizienz erhöhen?

Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, um den wirtschaftlichen Ertrag durch Zubehör zu steigern. Der größte Hebel ist ein passender Stromspeicher. Sein Mehrwert kann erheblich sein, besonders bei bereits guten Bedingungen. Als Vergleichswert dient erneut derselbe 3-Personen-Haushalt, der auf einem Südbalkon ohne Beschattung vier Photovoltaik-Module mit einer Leistung von jeweils 435 Wp nutzt. Das entspricht einer leistungsfähigen Balkon-Solaranlage bei nahezu idealen Ertragsbedingungen.

Dieser Haushalt käme damit ohne Speichermöglichkeit auf eine Ersparnis von knapp über 200 Euro/a, da ein größerer Teil der Ernte nicht selbst genutzt werden kann. Mit einem Stromspeicher, kommt die Anlage mit der gleichen Modulleistung und der modularen Anker Solix Solarbank 2 Pro auf eine Ersparnis rund 400 Euro/a. Der Anteil der Selbstversorgung steigt mit dem Speichersystem von knapp über 20 % auf bis zu 40 %. Sinkt künftig der Strompreis über eine verringerte Stromsteuer und ein staatlichen Zuschuss beim Netzentgelt um 5 Ct/kWh, fällt die Ersparnis um nur rund 26 bzw. 52 Euro/a geringer aus.

Auch bei herausfordernderen Bedingungen lassen sich Leistung bzw. Ersparnisse steigern. Würde die Familie über einen Nordbalkon und eine Anlage mit nicht ganz optimalem Neigungswinkel verfügen, käme sie bei einem Balkonkraftwerk mit Speicher immer noch auf einen Effizienzgewinn von etwa 50 % bzw. eine um 100 Euro/a höhere Ersparnis gegenüber einem Betrieb ohne Stromspeicher.

Bei den Ergebnissen handelt es sich um Durchschnittswerte, die schwankende Wetterbedingungen und Umwelteinflüsse sowie das tatsächliche Nutzungsprofil der Wohnung nicht berücksichtigen können. Doch sie veranschaulichen, warum sich eine Investition in eine Speicherlösung lohnen kann. Ermittelt wurden die Werte auf Basis des unabhängigen Stecker-Solar-Simulators der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin [1]. Als Referenz-Energiespeicher dient wie oben angegeben die Anker Solix Solarbank 2 Pro.

Bild 2 Balkonkraftwerk mit steckerfertigem Stromspeicher.

Anker Solix

Bild 2 Balkonkraftwerk mit steckerfertigem Stromspeicher.

Smart zu mehr Eigenverbrauch

Smarte Gadgets und Haushaltgeräte sind der dritte Einflussfaktor für die Rentabilität eines Balkonkraftwerks. Einige Hersteller bieten deshalb zum Beispiel passende smarte Zähler und Stecker für ihre Produkte an. Das Anker Solix Smart Meter ermöglicht es, mehr vom selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen, indem es den Stromverbrauch im Haushalt in Echtzeit überwacht und den Betrieb von elektrischen Geräten an die Solarstromproduktion anpasst. Der intelligente Stecker ermöglicht die Steuerung einzelner Geräte über ein App und kann beispielsweise so programmiert werden, dass die Waschmaschine erst dann startet, wenn möglichst viel Solarstrom zur Verfügung steht. Durch den Einsatz solcher Lösungen können die Nutzer den Eigenverbrauchsanteil erhöhen und die Stromkosten senken.

Nutzer eines Energietarifs mit dynamischem Strompreis können von den im Tagesverlauf unterschiedlichen Strompreisen profitieren. Nutzen sie zusätzlich ein Balkonkraftwerk mit Stromspeicher, ergeben sich weitere Möglichkeiten: Strom wird meistens in den frühen Morgen- und Abendstunden benötigt, wenn es dunkel ist und Menschen zu Hause sind: In dieser Zeit wird gekocht, gewaschen oder der Fernseher genutzt. Der Netzstrom ist dann tendenziell teurer. Solaranlagen ohne Speicher können dann allerdings kaum bis wenig Strom zur Verfügung stellen, der Bedarf muss dann aus dem Netz eingekauft werden. Auch ein relativ kleiner Stromspeicher kann den Netzbezug in diesen teuren Phasen gezielt zu verringern. Der mittags gespeicherte Strom hat dann auch nach Abzug der technisch unvermeidbaren Verluste, einen höheren Wert.

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Kelvin Cao
ist CEO von Anker Solix Europe, www.ankersolix.com/de

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Literatur

[1] Stecker-Solar-Simulator. Berlin: Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin, Fachbereich 1 – Energie und Information, Forschungsgruppe Solarspeichersysteme

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